Totgesagte leben länger! Altes Netbook mit Linux Mint wiederbeleben (Teil 2)


Es ist soweit. Wie schon im letzten Post angekündigt, habe ich mich weiter mit meinem alten Netbook beschäftigt um es wieder benutzbar zu machen. Zuletzt hatte ich Chromium OS ausprobiert. Google’s kostenloses Betriebssystem, welches aus beliebigen Rechnern ein Chromebook macht.

Das OS an sich gefiel mir gut. Trotz eingeschränkter Möglichkeiten – im Prinzip besteht das ganze System nur aus dem Chrome Browser und Google eigenen Anwendungen wie Drive – konnte man mit dem System alles machen, wofür ich es benötigt hätte. Einziger Haken…es lief nicht flüssig. Schaut euch ruhig das letzte Video dazu an. Nicht nur die Ladezeiten waren unterirdisch, auch eingegebener Text erschien (auch bei deaktivierten AdBlock) deutlich verzögert.

Also nächster Versuch: Linux.

Da ich kein absoluter Freak/Geek/Nerd bin, kenne ich mich auf dem Gebiet äußerst schlecht aus. Meine einzigen Erfahrungen mit Linux basieren darauf, dass ich vor Jahren einmal Suse als parallel System zu Windows ausprobiert habe (ca. eine Woche :D) und Ubuntu schon länger auf dem Netbook meines Vaters läuft. Mit letzterem habe ich noch nicht viel gemacht war aber schon begeistert von dem Performance Schub im Gegensatz zu dem vorher installierten Windows 7.

Also Google angeschmissen und nach interessanten Linix Distributionen gesucht. Am liebsten wollte ich eine Alternative zu Ubuntu, da mir dies optisch nicht so sehr gefällt.

Ein Problem bei Linux ist die unglaubliche Anzahl an sich nur leicht unterscheidender Distributionen: Ubuntu, Xubuntu, Kubuntu, Open Suse, Debian, Linux Mint stellen nur einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Systeme dar.
Da ich völlig ahnungslos bin und so als einziges Auswahlkriterium eine optisch ansprechende Oberfläche habe, klapperte ich in Google Bilder einmal alle der oben genannten Möglichkeiten ab und blieb bei Linux Mint hängen.
Die Screenshots gefielen, die Installationsanleitung schien einfach, die zu downloadende ISO Datei gerade einmal 1,5GB groß. Also los geht’s.

Nachdem ein bootfähiger USB Stick erstellt wurde (Anleitungen findet ihr im Netz) gab es nach dem Neustart die grandiose Option, ohne Installation Linux Mint zu laden und quasi auszuprobieren. Eine super Option, um sich das System anzuschauen und zu prüfen ob es gut läuft. Von dieser „Live Preview“ aus, kann dann direkt, wenn gewünscht, die Installation eingeleitet und durchgeführt werden.

Natürlich gibt es nicht nur die Option alles zu formatieren und Linux neu zu installieren, sondern man kann Linux auch prallel zu bspw. Windows installieren. In meinem Fall habe ich alles formatiert, Chromium OS wollte ich ja ohnehin los werden.
Die Installation lief schnell und unkompliziert und es konnte sogar ausgewählt werden, dass vor der Installation bereits alle Treiber geladen werden.

Und wie läuft’s?

Ich muss gestehen, dass es immer noch leichte Ladezeiten gibt. Ich kenne mich noch nicht gut in dem OS aus und verklick emich schonmal, darauf folgt ein Warten auf sich öffnende Fenster die ich nicht öffnen wollte. Aber, der große Unterschied zu Chromium OS: Ist etwas erst einmal geladen (wie bspw. der Browser) funktioniert es wunderbar.

Diesen Text verfasse ich gerade am Netbook und es läuft vollkommen problemfrei. Die mitgelieferten Programme sind auch sinnvolle ausgewählt, GIMP und Thunderbird benutze ich auf sonst jedem Rechner und hier sind sie gleich dabei. Super! Nicht so toll für mich ist, dass ich bislang Google Chrome noch nicht zum Laufen gebracht habe. Auch wenn es eine Linux Version gibt, scheint er keine Verbindungen zum Internet aufbauen zu können. Firefox habe ich immer als Browser geschätzt und wenn ich mich darauf einlasse fällt mir wahrscheinlich wieder auf, was es für ein guter Browser ist, jedoch ist mein ganzes Internetuniversum in Chrome hinterlegt (Lesezeichen, Anmldedaten, Plugins und Tools) mir fehlt letztendlich also zur Zeit alles in Firefox.

Weiter positiv an Linux Mint: Meine Bedenken gegenüber Linux, dass man sich nach der Installation für jedes Stückchen Hardware eigene Treiber suchen muss hat sich bislang nicht bestätigt. Die Option, Treiber vor der Installation zu laden scheint wunderbar zu funktionieren. Nicht nur WLAN funktionierte sofort, sondern auch sämmtliche Funktionstasten vom Netbook. Das einzige was nicht geht sind Multitouch, Gesten und Scrollen auf dem Touchpad. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass ich mich aber dem Problem noch nicht angenommen habe, eventuell gibt es eine einfach Lösung.

 

Nachtrag

Nach nun ein paar Tagen Test muss ich sagen, dass ich weiterhin deutlich zufriedener bin als mit Chromium OS, aber längeres Arbeiten mit dem Browser nervt schon gewaltig. Youtube Videos können auch quasi nicht abgespielt werden (siehe Video).

Zum Video selbst

Die Performance generell wird stark beeinflusst durch das Capture Programm. Ich wollte nicht wieder den Laptop abfilmen sondern etwas „professioneller“ ran gehen. Abfilmen würde jedoch besser die Realität darstellen. Generell ist es so, dass die Browsergeschwindigkeit tatsächlich sehr schlecht ist aber nicht so schlecht wie im Video, auch das System an sich ist nicht so dermaßen langsam. Wenn ich ohne den Bildschirm aufzunehmen arbeite, muss ich nicht darauf warten, dass sich ein Ordner o.ä. öffnet.

WICHTIG

Um das noch einmal deutlich zu machen: Ich bewerte die Systeme ausschließlich in Verbindung mit dem Medion Akoya Netbook. Ein neu gekauftes Chromebook läuft sicher super mit Chromium OS und das macht es zu einer ganz anderen Erfahrung mit Chromium OS zu arbeiten.

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