Controller(Galerie Beitragsbild)

Besser in Schule und Job durchs zocken?

Zugegebenermaßen ist der Titel etwas provokativ gewählt, doch in letzer Zeit erscheinen immer mehr Studien welche zum Ergebnis haben, dass Gaming wohl doch nicht so schlecht für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu sein scheint wie viele annehmen.

In einer kürzlich erschienen Pressemitteilung fasste der Monitorhersteller AOC Ergebnisse aus verschieden Studien zusammen. Die Intention ist klar: Es wird Werbung für die eigene neue Monitorkollektion gemacht. Warum? Diese haben nun verschiedene “körperschonende” Techniken verbaut wie beispielsweise ergonomische Standfüße, Blaulichtfilter oder automatische Helligkeitsanpassungen um die Augen zu schonen.

Doch die herangezogenen Ergebnisse sind deshalb nicht weniger seriös. Herausgegeben wurden die Studien von angesehen amerikanischen Zeitschriften oder Instituten wie beispielsweise dem American Psychologist, den National Institutes of Health oder Annual Reviews. Folgende Ergebnisse können zusammengefasst werden:

Kognitive Fähigkeiten

Aufmerksamkeitsspanne und Problemlösestrategien können durch beispielsweise Echtzeitstrategiespiele trainiert und gefördert werden. Durch die Beanspruchung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logischem Denken, bei nur wenigen Stunden Spielzeit pro Woche, kann erlernt werden Situationen richtig einzuschätzen oder effektive Handlungsstrategien zu entwickeln.

Entscheidungen treffen

Ein ebensogroßer Bestandteil von Computerspielen ist seit jeher die “Entscheidung”. Entweder es müssen innerhalb von Sekundenbruchteilen die richtigen Entscheidungen getroffen werden um zu überleben oder zu siegen, oder es müssen Entscheidungen getroffen werden die langfristige Auswirkungen auf Charakter und Spielverlauf haben. Letztere Entscheidungen könne auch mit moralischen Fragen verknüpft sein. Egal ob Entscheidungen schnell getroffen oder ihre Auswirkungen mit Weitsicht eingeschätzt werden müssen, es wird immer die Fähigkeit trainiert Entscheidungen zu fällen und mit diesen umzugehen.

Visuelle Informationen verarbeiten

Die Schnelligkeit von beispielsweise First-Person Shootern ist so immens, dass die Aufmerksamkeit des Spielers oft auf verschiedene Bereiche des Bildschirms aufgeteilt werden muss. Es müssen nicht nur Situationen ständig neu bewertet, nächste Schritte geplant und Entscheidungen getroffen werden, die eigene Reaktionsgeschwindigkeit muss auch hoch genug sein um mithalten zu können. Durch das trainieren ebenjener werden Fähigkeiten von Pro-Gamern in manchen Studien mittlerweile sogar mit denen von Kampfpiloten verglichen. Doch auch wenn der “normale” Spieler sicherlich nicht mit einem Kampfpiloten zu vergleichen ist, werden stets die Verarbeitung eingehender visueller Informationen sowie die Aufteilung der Aufmerksamkeit trainiert.

Teamwork

Am meisten Spaß machen Games, wenn man sie zusammen mit Freunden spielt. Egal ob Online oder Offline, an einem PC oder an verschiedenen, Teamwork ist immer gefragt! Gut in Teams arbeiten zu können, seine eignen Stärken und Schwächen zu kennen und diese im Team richtig zum Einsatz zu bringen ist heutzutage eine besonders nachgefragte Fähigkeit, egal ob in der Schule oder auf der Arbeit.

Schnellere Genesung

Zu guter letzt versucht eine Studie zu belegen, dass ein Videospielangebot in Krankenhäusern den Heilungsprozess positiv beeinflussen kann. Durch die Ablenkung von Krankheit oder Verletzung, den Spaß am spielen und die eventuelle Interaktion mit anderen Menschen kann vor allem die optimistische Einstellung verbessert werden.

Fazit

Diese, wenn auch stark reduzierten, Ergebnisse stellen meiner Meinung gut dar, dass an vielen Stellen das digitale Spielen neu bewertet werden sollte. Ein Großteil der Menschen stempelt Gaming nach wie vor als “Zeitverschwendung”, “ungesund” oder sogar “nicht sozialförderlich” dar. Dem ist nicht so. Wichtig ist natürlich, und darauf weißt auch AOC hin, dass es immer auf die Ausgewogenheit im Leben ankommt. Den ganzen Tag zocken ist genauso schädlich wie sich nur von Pizza zu ernähren. Wichtig ist auch, dass Eltern den Spielkonsum ihrer Kinder überwachen. Was wird gespielt, mit wem und wie lange. Dabei sollte aber eben nicht mit einer kritisch, negativen Einstellung zum spielen geschaut werden, sondern mit einem positiv, unterstützenden aber auch regulierendem Blick!

Dieser Artikel basiert, wie erwähnt, auf einer Pressemitteilung von AOC und hat keinen wissenschaftlichen Anspruch. Er kann als Denkanreiz oder Diskussionsgrundlage dienen, wer tiefer in die Materie einsteigen möchte sollte sich jedoch mit weiterführender Literatur beschäftigen. Die von AOC verwendeten Quellen, hänge ich euch unten dran.

 

Quellen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*