Im Test: Das 50f Helium Lite von Archos

Im folgenden Testbericht stelle ich das Lite von Archos vor. Das Smartphone habe ich freundlicherweise von Archos zum Test zur Verfügung gestellt bekommen und konnte es auf  Herz und Nieren prüfen.

Bevor es los geht möchte ich aber noch den Hinweis loswerden, dass es sich beim  Lite um ein Smartphone aus dem unteren Preissegment handelt. Mit dem 50f Helium Lite wendet sich Archos vor allem an Kunden, die ein günstiges Smartphone mit solider Grundausstattung suchen. Trotzdem bleiben natürlich nervige Dinge nervig und schlechte Dinge schlecht und die werde ich auch benennen, es geht aber vor allem um die Balance aus Preis und Leistung.

Die französische Firma Archos besteht bereits seit 1988 und produziert vor allem Smartphones, Tablet und andere Unterhaltungselektronik. Alleine seit Dezember 2016 präsentierte Archos beinahe zehn neue Geräte. Unter anderem verschiedene Smartphones, Outdoor Tablets und kürzlich erst drei verschiedene eScooter. Mit dabei, natürlich auch das getestete Archos 50f Helium Lite.

Lieferumfang des 50f Helium Lite

Der Lieferumfang des 50f Helium Lite ist überschaubar, aber voll in Ordnung. Neben den üblichen “Papierbeilagen”, Netzteil und USB-Kabel gibt Archos ein Paar InEar Kopfhörer/Headset mit dazu. Von diesen darf man klanglich nicht zu viel erwarten, trotzdem empfinde ich ein Headset nach wie vor als praktische dazu Gabe, vor allem da es sich dabei ja meist um Verschleißteile handelt von welchen man immer mal wieder ein neues Paar gebrauchen kann.

Verarbeitung und Design

Das Archos 50f Helium Lite umfasst Maße von 144 x 72,2 x 9,1 mm und liegt angenehm in der Hand. Die Verarbeitung ist durchaus in Ordnung. Auch wenn die leicht gummierte Rückseite aus Kunststoff besteht, fühlt sich diese nicht minderwertig an. Die seitlichen Tasten sitzen fest und haben angenehme Druckpunkte.

Nicht gut verarbeitet war hingegen die Ladebuchse beim Testgerät. Der Originalstecker hielt schon nur gerade so in der Buchse fest, andere Kabel rutschen ständig aus dem Anschluss heraus, was das Laden an verschiedenen Orten sehr lästig machte. Es musste permanent darauf geachtet werden, ob das Smartphone noch läd oder schon wieder nicht mehr.

Die Kunststoffrückseite des 50f Helium Lite lässt sich recht einfach abnehmen, sitzt aber fest und lässt sich kein Stück bewegen. Unter der Abdeckung befinden sich die zwei SIM Kartenslots, sowie der Einschub für die Micro-SD Karte. Außerdem ist der Akku des Smartphones herausnehm- und somit austauschbar. Insgesamt ist der Funktionsumfang und die damit verbundenen Möglichkeiten hier schon als sehr gut zu bewerten.

Leider vielen die Vibrationsmotoren des 50f Helium Lite etwas negativ auf. Sie wirkten durch die von ihnen erzeugten, sehr hohen Töne etwas billig und nicht stark genug um auch in größeren Taschen auf sich aufmerksam zu machen.

Insgesamt ist das Design des günstigen Smartphones sicher Geschmackssache. Mich erinnerte die Vorderseite etwas an die ersten Generationen der iPhones. Insgesamt wirkt es aber nicht altbacken oder billig.

Display

Das Display des 50f Helium Lite löst in HD mit 294ppi auf und ist 5 Zoll groß. Obwohl man einzelne Pixel erkennen kann, ist das vollkommen in Ordnung für diese Preisklasse. Das IPS Display ist hell genug und Farben wurden angenehm natürlich dargestellt. Im direkten Vergleich mit beispielsweise Geräten von Samsung wirken sie zwar etwas matt, tatsächlich sind aber die Samsung Displays besonders farbintensiv.

Etwas störend viel auf, dass der Touchscreen leicht verzögert oder nicht ganz präzise reagiert. Ganz genau ließ sich das für mich nicht feststellen, aber vom Gefühl her wollte man bei machen Eingaben schon ein zweites Mal drücken, obwohl dann doch noch die erste Eingabe durchgeführt wurde. Zudem ist zwischen Display und Touchscreenglas ein deutlicher Abstand zu sehen. Beides machen andere Hersteller auch in diesem Preissegment etwas besser. Ein möglicher positiver Grund für den Abstand zwischen Display und Touchscreen könnte bessere Reperarturfreundlichkeit sein. Ähnliches kennt man vom Fairphone der ersten Generation. Bei diesem besonders Reperaturfreundlichen Smartphone lassen sich Display und Touchscreen sehr leicht auswechseln, weswegen eben ein solcher Abstand entstand. Ob dies auch der Grund für den Abstand beim 50f Helium Lite ist, konnte in diesem Test leider nicht überprüft werden.

Betriebssystem

Ausgeliefert wurde das Archos 50f Helium anfänglich mit Android 6.0, mittlerweile steht die 6.0.1er Version zur Verfügung. Auch wenn es sich hierbei nicht um die neuste Version von Android handelt kann man es durchaus noch als “aktuell” bezeichnen.

Besonders positiv viel auf, dass sich Archos optisch sehr am Vanilla Android orientiert und nicht viele Anpassungen vornimmt. Da mir persönlich Vanilla Android im Gegensatz zu TouchWiz und Co. grundsätzlich viel besser gefällt, gibt es hier für Archos ein großes Lob. Das System ist optisch schön reduziert, klar strukturiert und nicht mit Bloatware überladen. Außer den Google Anwendungen und Standard Apps wie einem Dateimanager, einem Radio oder einer Galerie sind eigentliche gar keine zusätzlichen Apps vorinstalliert. Auch das gefällt sehr.

Leistung und Speicher

Angetrieben wird das 50f Helium Lite vom Qualcomm Snapdragon 210. Ein Quadcore Prozessor der mit 1,1 GHz taktet. Unterstützt wird er dabei von 1 GB RAM. Leider macht sich diese etwas schwache Kombination auch im alltäglichen Gebrauch bemerkbar. In Verbindung mit dem etwas zögerlichen Touchscreen sind häufiger Ruckler zu bemerken. Bei Smartphone-Zockern wird diese Hardware auch nicht auf Begeisterung stoßen.

Insgesamt stehen 8GB interner Speicher zur Verfügung, abzüglich des Betriebssystems. Auch hier macht das Herz keine Freundensprünge. Aber genau wie bei RAM und Prozessorleistung muss der Kontext gesehen werden. Der Nutzer an den sich Archos mit diesem Smartphone wendet braucht keine Unmengen an Apps und spielt auch keine aufwendigen Spiele. So lange man nicht viel mehr als Whatsapp, Facebook und einen Mailclient braucht, kann man auch mit dieser Hardware gut zurecht kommen.

Zudem lässt sich der Speicher noch durch eine Micro SD Karte auf bis zu 128GB erweitern. Große Dateien wie Musik, Fotos oder Videos müssen also nicht den knappen internen Speicher belegen.

Besonderheiten und Highlights

Besonderes Highlight des Archos 50f Helium Lite ist der auf der Rückseite positionierte Fingerabdrucksensor. Eine Funktion die in dieser Preisklasse wirklich selten ist. An dieser Stelle kann das 50f Helium Lite wirklich herausstechen. Der Fingerabdrucksensor funktioniert zuverlässig und präzise. Er entsperrt schnell das Telefon und sorgt für einen hohen Komfort. Ich bin auch ein Fan der Anbringung auf der Rückseite,  auch wenn diese Position nicht für jeden etwas ist und sich manch einer den Sensor im Homebutton verbaut wünscht. Einziges Manko hier: Der Sensor müsste meiner Meinung nach etwas weiter nach Unten versetzt werden. Meine Hände sind schon recht groß und ich hatte das Gefühl, den Zeigefinger sehr strecken zu müssen um nicht umzugreifen.

Eine weitere Besonderheit beim 50f Helium Lite ist der zweite SIM Kartenslot. Durch ihn ist es möglich das Smartphone mit zwei SIM Karten zu bestücken und so mehr Freiheiten bei der Tarifwahl zu haben oder eventuell sogar auf ein Zweitgerät verzichten zu können. Anzumerken ist, dass nur ein SIM-Slot LTE unterstützt. Mit der Zweitkarte kann maximal mit 3G gesurft werden. Was zunächst wie eine Einschränkung klingt sollte jedoch positive gelesen werden: Ja, auch LTE ist beim Archos 50f Helium an Bord!

Auch softwareseitig konnte ich eine kleine, aber feine Besonderheit ausmachen. Im Betriebssystem ist es möglich, automatische Ein- und Ausschaltzeiten, also einen Timer, zu programmieren. Dieser hat auch zuverlässig funktioniert und versetzt einen in die Lage, dass Smartphone auch über Nacht ausschalten zu können. Eine Funktion die mit dem Wechsel von Tasten-Handy zu Smartphone leider abhanden kam, insofern man sich vom Handy wecken lässt. Denn wo früher noch Handys vom Wecker automatisch eingeschaltet wurden, bleiben Smartphones heute trotz gestelltem Wecker aus. Mit der Timer Funktion jedoch kann kurz vor dem wecken das Smartphone automatisch gestartet werden. Super!

Alle weiteren, wichtigen technischen Spezifikationen sind in den folgenden Tabelle noch einmal im Überblick aufgelistet:

 Hardware
CPU Qualcomm MSM8909 Snapdragon 210, Quad-Core, 4x 1,1GHz
GPU Adreno 304
ROM/RAM 1 GB
Interner Speicher 8 GB
Speichererweiterung microSD-Karten bis 128 GB
Abmessungen + Gewicht 144 x 72,2 x 9,1 mm + 158 g
Display
Diagonale 5 Zoll
Auflösung 1280 x 720 HD
Technologie IPS
Funktechnologie
SIM Karten Dual Micro SIM
LTE Frqz 800 / 1800 / 2100 / 2600 MHz
GSM / GPRS / EDGE Frqz 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
3G/ WCDMA Frqz 900 / 2100 MHz
Datenübertragungsraten                                  4G: 150 Mbps / 50 Mbps, 3G: 42 Mbps / 11 Mbps
SMS/MMS Ja
Wifi Ja, 802.11 b/g/n
Wifi Direct Ja
Bluetooth Bluetooth 4.0 Smart Ready
GPS Ja
FM Radio Ja
SAR / DAS Body: 1,620 W/kg; Head: 0,348 W/kg
Kameras 
Front  2 MP
Back  8 MP, AF + LED-Blitz
Video-Codierung 1080p
Akku
Entnehmbar Ja
Kapazität 2.000 mAh
Typ Li-Ion
Gewicht 42 g
Laufzeit Standby: bis 400 h / Anrufzeit: bis 10 h
Netzteil/Ladeadapter 5V/1A, Micro-USB
Schnittstellen + Sensoren
Lautsprecher Ja
Audio-Ausgang 3,5 mm
Mikrofon Ja
Licht-/Näherungssensor Ja
USB Micro-USB
USB OTG Ja
3D-G Sensor Ja

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kamera

Die Hauptkamera des Archos 50f Helium Lite löst mit 8 MP, die Frontkamera mit 2 MP auf. Die Fotos wirken etwas unscharf und “verwischt”, in der Preisklasse sollte man jedoch auch keine Oberklasse-Kameras erwarten. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Kamera vollkommen. Gleiches gilt für die Frontkamera. 2 Megapixel klinken auch hier nach nicht viel und tatsächlich sollte man keine hochauflösenden Selfies in Druckqualität erwarten, ein kurzes Videotelefonat oder Schnappschüsse sind aber gerade noch drin.*

Beim aufnehmen von Videos liefert die Kamera eine etwas bessere Performance. Die bewegten Bilder können in Full HD aufgenommen werden und machen insgesamt einen ansehnlichen Eindruck.

*Leider sind mir durch einen Festplattendefekt jegliche Testaufnahmen verloren gegangen, daher fehlt leider das Anschauungsmaterial.

Akkulaufzeit

Der Akku umfasste eine Kapazität von 2000 mAh. Im Vergleich zu anderen Smartphones scheint das etwas wenig. Im Test kam man jedoch bei normaler Benutzung gut durch den Tag bis in den Folgetag. Bei starker Benutzung reichte der Akku bis zum frühen Abend und wurden viele Videos oder Ähnliches geschaut, musste während des Tages nachgeladen werden. Alles in Allem verhält es sich beim Archos 50f Helium Lite also genauso wie bei den meisten anderen Smartphones.

Positiv ist zu bewerten, dass der Akku nicht fest verbaut und somit austauschbar ist. Wem also die Kapazität nicht genügt, der kann sich einen Zweitakku anschaffen. Auch bei Defekten, oder wenn der Akku im Laufe der Jahre etwas schwächer wird, ist man hier durch den leichten Wechsel klar im Vorteil.

Preis und Fazit

Wie einleitend erwähnt bezieht das Archos 50f Helium Lite im unteren Preissegment Stellung. Mit einem aktuellen (Internet-)Preis von ca. 120€ ist das 50f Helium kaum zu schlagen. Die Nachteile bzw. Kritikpunkte können zwar nicht weggeredet werden, sind zu diesem Preis aber mehr als verschmerzbar. Viel mehr sollte hier der Fokus auf beispielsweise den Fingerabdrucksensor gelenkt werden, welcher in diese Preisklasse mehr als selten ist.

Für Smartphone Einsteiger und diejenigen die vielleicht nur Messenger und die ein oder andere Standardapp nutzen oder ein günstiges Zweithandy suchen ist das Archos 50f Helium Lite durchaus zu empfehlen.

Für alle die ein bisschen mehr Leistung benötigen ist vielleicht der in diesem Artikel verlinkte große Bruder, das 50f Helium, von Archos interessant. Für nur knapp 20€ mehr lohnt sich sicherlich ein Blick.

Das Unboxing Video des Archos findet ihr HIER

Archos 50f Helium Lite

Archos 50f Helium Lite
7

Verarbeitung und Design

7/10

Display

6/10

Betriebssystem

9/10

Leistung und Speicher

5/10

Weitere Technik und Funktionen

8/10

Kamera

4/10

Akkulaufzeit

8/10

Preis

10/10

Pros

  • LTE
  • Fingerabdruckscanner
  • Dual-SIM
  • Speicher erweiterbar
  • Akku wechselbar
  • Preis

Cons

  • Schwache Kameras
  • Schwacher Prozessor
  • Wenig RAM
  • Wenig Speicher
  • Langsames Display
  • Ladebuchse

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